Sozialpsychiatrische Zusatzausbildung (SPZ) im Bausteinsystem

 

Vorbemerkung:

Um all denjenigen Interessenten an einer längerfristigen Zusatzausbildung eine Alternative zu bieten, die aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten haben, sich auf Jahre hinaus terminlich festzulegen, bieten wir eine sozial-psychiatrische Zusatzausbildung in einem „Bausteinsystem“  an.

Inhalte

Die Ziele unserer Zusatzausbildung lassen sich wie folgt beschreiben:
Die einzelnen Kurse, die sich die Teilnehmer der SPZ  im Laufe der Zeit aus unserem jährlichen Programm auswählt, ergeben, zusammen mit den anderen Bausteinen der Ausbildung, in ihrer Summe eine Ausbildung, die darauf abzielt, professionelle Kompetenz zu erweitern oder zu festigen.

Unterscheidet man nach verschiedenen Formen professioneller Kompetenz, lässt sich die ganze Ausbildung stichwortartig wie folgt gliedern:

 Persönliche Kompetenz: 

  • Reflexion der eigenen, in die Arbeit eingehenden Persönlichkeitsanteile, der eigenen Geschichte(n), der eigenen Helfermotive; Reflexion meint hier: Kennenlernen, annehmen und verändern, soweit es die Arbeit erfordert.
  • Einüben von partnerschaftlichen Grundhaltungen gegenüber den zu betreuenden Menschen; Klären der Verantwortung in der Betreuung.
  • Reflexion des eigenen Kooperationsverhaltens im Team.

 Fachkompetenz:

  • Kennenlernen von Modellen und Theorien psychischer Erkrankung, psychiatrischen Krankheitsbildern bzw. Diagnosen und Auseinandersetzung mit einem subjektorientierten Krankheitsverständnis. 
  • Entwickeln einer systemischen Perspektive; psychische Erkrankung als sozialer Prozeß, Analyse des sozialen Umfeldes, insbesondere der Situation der Angehörigen.
  • Umgang mit der medikamentösen Behandlung.
  • Kennenlernen wichtiger Therapieformen.
  • Kennenlernen und Analyse psychiatrischer Versorgungsstrukturen einschließlich des sozialpolitischen Rahmens.              

Methodenkompetenz:

  • Verbale und nichtverbale Methoden in der Betreuung psychisch erkrankter Menschen; Erlernen wirksamer Methoden der Gesprächsführung 
  • Systemanalyse
  • Einführung in ausgewählte spezielle Therapieverfahren (z.B. Familien-, Gestalt-, Körper- und Musiktherapie)
  • Methoden effizienter Teamarbeit und der Konzeptionsentwicklung.

„Bausteine“ der SPZ und Abschluss

Die verschiedenen Bestandteile der Ausbildung sollen sowohl die oben beschriebenen Inhalte abdecken, als auch den verschiedenen Formen der TeilnehmerInnen, zu lernen bzw. sich Kompetenz anzueignen, Rechnung tragen. Wissensaufnahme, methodisches Üben und Selbsterfahrung sind wichtige Elemente eines solchen Lernprozesses. Alle Bausteine der Ausbildung sollen zusammen schließlich ein tragfähiges Gerüst für die praktische Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen ergeben.

Der Besuch von verschiedenen Kursen …

 …aus dem jährlichen Programm des ISFA: Einige solcher Kurse sind verpflichtend, aus dem übrigen Programm kann frei ausgewählt werden. Insgesamt müssen über einen Zeitraum von minimal 2 1/2  und max. 4 Jahren (dem Gesamtzeitraum der Ausbildung) verschiedene Kurse mit insgesamt 30 Tagen, und davon 20 Tage Pflichtkurse besucht worden sein. Das bedeutet übrigens nicht, dass alle Pflichtkurse besucht werden müssen, die überhaupt angeboten werden, und auch nicht die  innerhalb eines Jahresprogramms.  Pflichtkurse werden stetig wiederholt und können je nach Interesse und bereits erworbener Erfahrung nach und nach belegt werden.
Pflichtkurse sind in der Regel die mit B (=Basiskompetenz) im Programm gekennzeichneten Kurse, sowie einige ausgewählte A-Kurse. Über die für die SPZ verpflichtenden Kurse werden die TeilnehmerInnen der SPZ gesondert informiert.

Bereits vor Anmeldung zur SPZ beim ISFA besuchte Kurse werden für die SPZ anerkannt, wenn sie im Jahr des Beginns der Weiterbildung besucht wurden.  Ausnahmeregelungen sind nach Absprache möglich.

 

Supervision

Die Teilnahme an mindestens 15 Supervisionsterminen im Rahmen der Institution, in der die/der Teilnehmer/in tätig ist, ist mit einer Kurzdokumentation selbst eingebrachter Themen  nachzuweisen (Bestätigung der/des Supervisorin/Supervisors). Ferner sind drei Supervisionstermine bei Supervisoren des ISFA als verpflichtende Bestandteile der Zusatzausbildung vorgesehen. Die Supervisionstermine werden in der Regel mit anderen TeilnehmerInnen der SPZ durchgeführt und finden, wie auch die Kurse, im Tagungshaus Albgarten statt.

SPZ-Infotreffen

Für alle TeilnehmerInnen, die gerade an der SPZ teilnehmen, findet einmal pro Jahr ein Treffen mit der  fachlichen Leitung der SPZ im Tagungshaus Albgarten statt. Es dient der Information über alle Fragen der SPZ und dazu, dass sich die TeilnehmerInnen kennenlernen und (als Anregung auf freiwilliger Basis ) zu regelmäßigen kollegialen Lerngruppen verabreden (siehe unten).
Die Teilnahme an den Infotreffen ist verpflichtend und wird in der Regel in Verbindung mit den Supervisionsterminen durchgeführt.

Hospitationstage

In je einer ambulanten und einer (teil-) stationären psychiatrischen Einrichtung freier Wahl sollen zwei Hospitationen mit zusammen gerechnet mindestens 8 Tagen durchgeführt werden. Der Nachweis erfolgt über einen schriftlichen Bericht anhand eines vorher ausgegebenen Rasters sowie einer formlosen Bescheinigung der Einrichtung oder des Dienstes. Diese Berichte werden zusammen mit den anderen Unterlagen (siehe unten) zum Abschluss der Zusatzausbildung an die fachliche Leitung der SPZ eingereicht.

Besuch von Fachtagungen

 Während der Ausbildungszeit ist die Teilnahme an mindestens drei verschiedenen Fachtagungen zu Themen der Psychiatrie bzw. Sozialpsychiatrie nachzuweisen. Es kann sich um ein- oder mehrtägige Veranstaltungen handeln.

Kollegiale Lerngruppe:    Die Teilnehmer der SPZ treffen sich zu  verabreden Terminen, um Fälle aus der Praxis mit Hilfe von Methoden der kollegialen Supervisin zu besprechen und sich über Inhalte der Weiterbildung und Themen aus der Praxis auszutauschen.
Es sind mindestens zwei Treffen zu je 3-4 Stunden zu verabreden, über die ein Kurzprotokoll zu führen ist.

Kosten

Die gesamten Kosten richten sich nach den insgesamt besuchten Kurstagen. Mit der Anmeldung fällt eine einmalige Verwaltungsgebühr von € 150.- an. Die Supervisionstermine  mit Supervisoren des ISFA werden mit je €  100.- pro Teilnehmer berechnet. Die jährlichen Infotreffen sind kostenfrei. Mit der Anmeldung zum Abschluss sind ebenfalls  € 100.- als Gebühr für das Kolloquium und das Zertifikat (siehe unten) zu entrichten.

Die gesamten Kosten (also incl. Tagungshauskosten im Albgarten während der Seminare) belaufen sich auf ca. € 4.900.-, verteilbar auf 3 – 4 Jahre. Eine Kostenbeteiligung des Arbeitgebers muss verhandelt werden. Vertragspartner für die SPZ  ist jedoch die/der Teilnehmer/in und das ISFA. Eine Abmeldung von der SPZ ist jederzeit möglich, es verfällt allerdings dann die Anmeldegebühr.
Es können Beildungsgutscheine beantragt werden.

Ausbildungsabschluss

  • Voraussetzung für den zertifizierten Abschluss ist der Nachweis über die Durchführung bzw. den Besuch aller o.a. Bestandteile der SPZ  (Kurse, Supervisionen, Fachtagungen, Hospitationen). Der Mindestzeitraum für die Teilnahme an der SPZ ist 2 ½ Jahre, der maximale erstreckt sich über 4 Jahre. Ausnahmen sind nach Absprache möglich.
  • Ferner ist eine Abschlussarbeit (Fallausarbeitung oder Projektbericht)  anhand eines vorher ausgegebenen Rasters bei der fachlichen Leitung der SPZ einzureichen. Zu dieser Arbeit wird eine Rückmeldung und ein Abschlussgespräch nach Terminverabredung geführt. 

 Auf dieser Grundlage wird schließlich vom ISFA ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der SPZ ausgestellt.

Fachliche Leitung der SPZ:

Beate Hill; Psychiatriekrankenschwester; Transaktionsanalytikerin; (DGTA)
Manfred v. Bebenburg, Dipl.Sozialoge, systemischer Lehrtherapeut (DGSF)

Die Koordination für die SPZ liegt bei Manfred v. Bebenburg

Der Einstieg in die SPZ ist in der Regel jederzeit möglich. Bei  Interesse senden Sie einfach formlos ein Email an Manfred v. Bebenburg, der die Koordination inne hat: mvb@albgarten.de