C59 Lebensfallen erkennen und überwinden. Schematherapie in der (sozial-)psychiatrischen Praxis (November 2019)

C59 / November 2019

Lebensfallen erkennen und überwinden
Schematherapie in der (sozial-)psychiatrischen Praxis

Die Schematherapie zählt zur „3. Welle“ der Verhaltenstherapie. Entwickelt wurde sie von Jeffrey Young, einem Schüler von Aaron Beck (kognitive Verhaltenstherapie) als eigenständige Therapieform, die – so erklärt sich ihre schnell wachsende Popularität – das „nützliche“ verschiedener therapeutischer Ansätze (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Transaktionsanalyse, Hypnotherapie, Bindungstheorie) auf eine sehr kreative und plausible Weise miteinander verbindet. Sie erweist sich damit als sehr „praxistauglich“- sowohl was den „Verstehens“- als auch den Interventionsaspekt anbelangt.

Der Kurs soll die Teilnehmer befähigen, ihr Gegenüber in einen schematherapeutischen Blick zu nehmen. Dieser Blick lässt unverständliches, manchmal ärgerliches und oft für alle Beteiligten leidvolles Verhalten verstehen als Versuche, „mit sich und der Welt, wie sie erlebt wird“ zurechtzukommen. Der Mensch ist in eine „Lebensfalle“ getappt, die sich (auch) in psychiatrischen Symptomen äußern können.

Ein gelingendes Miteinander und damit die Basis zu einer tragfähigen Beziehung zum Klienten, bzw. Patienten beginnt damit, diese „Lebensfallen“ gemeinsam zu erarbeiten und den Einfluss der dysfunktionalen Schemata durch „Verstehen“ und durch korrigierende Erfahrungen abzumildern. Dies kann in jedem Kontakt geschehen: im Beratungsgespräch, in der WG-Besprechung oder in Begegnungen auf Station.

Inhalte:

  • Theoretische Grundlagen des schematherapeutischen Ansatzes (Grundbedürfnisorientierung, Schemata, Schema-Modus-Modell)
  • Diagnostik (Schemata und Bewältigungsstile)
  • Erarbeiten einer Fallkonzeption
  • Begrenzte Beelterung als Grundverständnis der Beziehung zum Klienten / Patienten
  • Interventionsstrategien: kognitive Strategien, erlebnisorientierte Strategien, Imaginationsarbeit, Stühlearbeit, Hausaufgaben, verhaltenstherapeutische Elemente

 

Methoden:

Vortrag, Arbeit in Gruppen, Selbsterfahrungselemente, Demonstrationen in der Großgruppe, Videobeispiele. Arbeiten an selbst mitgebrachten Fällen.

Zielgruppe:

Mitarbeiter im (sozial-) psychiatrischen Kontext, die mit den Elementen der Schematherapie und dem ihr zugrundeliegenden Verständnis von „Störung“ und „Hilfe“ eine gute und belastbare Beziehung zum Klienten aufbauen möchten.

Raum & Zeit

Do. 14.11. – Fr. 15.11.19

im Tagungshaus Albgarten

Leitung

Dr. Matthias Krüger

 

 

Kursgebühr:                   214,- €
Seminarhauskosten:     136,- €
Gesamtgebühr:              350,- €

 


Unser Referent

Dr. Matthias Krüger
Dipl.-Psych.; Psychologischer Psychotherapeut; Leiter der Psychiatrischen Tagesklinik Friedrichshafen. Psychologie-Studium in Tübingen und New York; Tätigkeiten in der Akutpsychiatrie, in der Sozialpsychiatrie-Forschung (Psychiatrische Familienpflege), im Begleitenden Dienst der Werkstatt für Psychisch kranke Menschen; Leiter der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Friedrichshafen. Ausbildungen in Verhaltenstherapie (TAVT), Systemischer Therapie (IGST), DBT, Familien- und Systemaufstellungen (G. Weber), Hypnotherapie (MEG), Kommunikationspsychologie nach Schulz von Thun, Advanced-Trainer-Supervisor-Schema Therapist der International Society of Schema Therapy (ISST).

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